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  Umrüstung auf LED Leuchtmittel  
Es gibt seit einigen Jahren ausreichend lichtstarke LEDs zu vertretbaren Preisen, die als KFZ-Beleuchtung verwendbar sind. Der Vorteil von LEDs liegt speziell für die GT250 mit ihrem schwach dimensionierten Wechselstrom-Generator in der wesentlich geringeren Leistungsaufnahme bei vergleichbarer Lichtstärke. Durch den Austausch von Instrumentenbeleuchtung, Standlicht, Rücklicht und Blinkern mit LED-Leuchtmitteln kann man einige Watt der benötigten Generatorleistung einsparen, die dann z.B. für eine stärkere Scheinwerferlampe genutzt werden können.
Die LEDs brauchen etwa 10% der Leistung von Glühlampen. Der Austausch von Instrumentenbeleuchtung (2x 2 Watt) und Rücklicht (1x 5 Watt) und Standlicht (1x 2Watt) bringt also eine Einsparung von knapp 10 Watt.
Bremslicht und Blinker fallen nur ins Gewicht je nachdem sie in Betrieb sind. Wer z.B. viel im Stadtverkehr unterwegs ist, wird hier auch durch LED-Einsatz profitieren. Weitere Einsparung bringt der LED-Ersatz von Leerlauf- und Fernlicht-Kontrolllampe, wobei letztere bzgl. Stromeinsparung wesentlich stärker ins Gewicht fällt.
Es gibt LED-Lampen mit den an der GT250 verwandten KFZ-Lampensockeln. Das einfache Austauschen der Lampen ist bei richtiger Auswahl zwar möglich und funktioniert, allerdings nicht StVZO-konform, da diese LED-Lampen trotz der passenden Sockel nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind.
Rücklicht: BAY15d
Blinker: BA15s
Standlicht, Instrumentenbeleuchtung: BA9s

Im Straßenverkehr zugelassene LEDs gibt es derzeit nur als komplette Leuchten, die man gegen die Original-Leuchten (wie Rücklicht, Blinker...) austauschen muß. Für jemanden, der Wert auf Originalität legt, ist das dann u.U. schwierig.

Bei der Instrumentenbeleuchtung bleibt garnichts anderes übrig, als die oben genannten Lampen mit passendem (BA9s)-Sockel oder auch Eigenbauten zu verwenden, wenn man die Original-Instrumente beibehalten will.

Die folgenden Bilder zeigen, wie man LED-Lampen für die Instrumente und Stand-Licht selbst anfertigen kann. Man braucht eine ausrangierte bzw. defekte BA9s-Lampe, eine 5mm-Leuchdiode: warmweiß, superhell, sowie einen Widerstand 680 Ohm (Farbcode: blau grau braun).
Der Widerstand richtet sich nach dem gewünschten Strom (ILED) durch die LED und der Spannung (ULED) an der LED bei diesem Strom. Die LED-Spannung ist speziell bei den verschiedenen LED-Farben unterschiedlich. Der Widerstand errechnet sich durch: R=(13,5V-ULED)/ILED.
Also im Beispiel (13,5V-3,6V)/0,015A=660Ω. Der nächstliegende Widerstand in der Normreihe ist 680Ω.

01_eigenbau_teile.jpg     02_eigenbau_teile.jpg

Glaskolben und Kitt aus dem Lampen-Sockel entfernen und Mittelkontakt entlöten,

03_eigenbau_teile.jpg     04_eigenbau_loeten.jpg

Bauteilanschlüsse passend kürzen und zurechtbiegen, Widerstand an LED anlöten und isolieren,

05_eigenbau_loeten.jpg     06_eigenbau_loeten.jpg

Teile im Sockel verlöten

07_eigenbau_loeten.jpg      08_eigenbau_versiegeln.jpg

Sockel bei Bedarf auffüllen (mit Epoxy, Polyester, 2k-Kleber, ...).


10_eigenbau_test.jpg     Tacho_1_dr.jpg

Funktions-Test: Bild links: eingebaut im Original-Scheinwerfer-Reflektor: links LED, rechts 2-Watt Glühlampe
Wie man sieht, ist der Eigenbau als Standlichtlampe nicht 100%ig geeignet, was an dem engen Abstrahlwinkel von 15°
der hier verwandten LED liegt, sodaß wenig Licht direkt an den Reflektor gelangt.
Bild rechts: Als Tachobeleuchtung aber brauchbar.

Immer wieder Thema sind LED-Blinker und Blinkgeber bzw. Blinkrelais. Die GT-Blinkgeber sind wie die meisten normalen KFZ-Blinkrelais in ihrer Funktion und Blinkfrequenz lastabhängig. Wird die Belastung kleiner, weil z.B. eine von zwei Lampen ausfällt, wird die Blinkfolge schneller. Wird die Last zu klein, schalten die Relais überhaupt nicht und der Blinker ist keiner. Genau das passiert bei Verwendung von LED-Blinkleuchten.
"Findige" Schrauber kamen nun auf die Idee, parallel zu den Blinkern passenden Widerstände zu schalten, die den Innenwiderstand einer Glühlampe simulieren und so die Last für das Relais erhöhen und zu einer angemessenen Blinkfolge führen. Man kann auch speziell ausgeführte Widerstande für diesen Zweck im Zubehör kaufen. Da auf solche Weise der Vorteil der Lasteinsparung wieder zunichte gemacht wird, ist das Verfahren für die GT250 natürlich unsinnig.
Man braucht also ein lastunabhängiges Blinkrelais bzw. eines speziell für LED-Blinker, welches mit deren geringem Strombedarf funktioniert.

Die originale gemeinsame Blinkerkontrolllampe ist zwischen den Blinkern links und rechts geschaltet. Je nachdem, welche Seite eingeschaltet wird, bekommt die Kontrolllampe das Massepotential über die jeweils andere Seite bzw. nicht leuchtende Blinker-Glühlampe. Mit LED-Blinkern funktioniert das so nicht und die Kontrolllampe muß anders angeschlossen werden. Dazu werden zwei zusätzliche Dioden benötigt (z.B. vom Typ 1N4001 ... 1N4007)

Wie schon in den Bildern angedeutet, muß bei LEDs die Polarität beachtet werden. Sinnvollerweise sollte hier der Plus-Anschluß bei LED-Lampen der Mittelanschluß des Sockels sein.
Der Schaltplan zeigt die Blinkeranlage mit allen die Funktion beeinflussenden Teilen einschließlich der geänderten Kontrolllampe. Die zusätzlichen Dioden kann man mit entsprechenden Leitungen und Steckern zusammenlöten und z.B. in einem Stück Schrumpfschlauch fixieren. Das so erstellte Bauteil läßt sich dann in der Lampe einfach zwischenstecken, ohne am Kabelbaum schneidend eingreifen zu müssen.
Bei mir vorliegenden Blinkerkontrolllampenfassungen liegt die schwarze Leitung am Mittelkontakt (= Plus). So ist es auch im Schaltplan zu sehen. Sollte bei einer Fassung dieses andersherum angeschlossen sein oder die verwandte LED-Lampe eine andere Polarität haben, müssen die Leitungen vertauscht werden.

LED_Blinker_GT250_col_dr.jpg

Will man Glühlampen-Blinker beibehalten und nur die Kontrolllampe auf LED umrüsten, ist auch etwas zu beachten: Aus Sicht der Kontrolllampe wechselt die Polarität ihrer Betriebsspannung je nachdem welche Blinkerseite eingeschaltet wird. Wenn die originale Beschaltung der Kontrolllampe beibehalten wird, muß dann eine LED-Lampe verwandt werden, die für Wechselspannung (AC) geeignet ist.
Eine weitere Möglichkeit für die Blinkerkontrollleuchte, welche sowohl mit einfachen Glühlampen als auch Gleichspannungs-LED-Lampen bei Verwendung von Glühlampen-Blinkern funktioniert, erfordert einen kleinen Eingriff in den Kabelbaum. Die Kontrollampe wird dabei parallel zum Blinkerrelais angeschlossen, also an Orange und Hellblau; diese Leitungen sind auch im Scheinwerfergehäuse vorhanden. Der Plus-Pol einer LED-Lampe muß dabei an Orange liegen. Eine so geschaltete Kontrolllampe leuchtet abwechselnd zu den Blinkerglühlampen.

Beim Ersatz der Leerlaufkontrolllampe durch LED kann es zu einem Verhalten der Anzeige kommen, die zu Verwirrung führen kann. Wenn:
-ein original Blinkrelais mit Masseanschluß eingebaut ist ("dreipolig")
-als Leerlaufkontrolllampe eine LED mit sehr geringem Strom ("Low Current LED" ca.2mA) verwandt wird
-der Killschalter auf Off steht (also Zündung aus)
-alle anderen Lampen/Verbraucher ausgeschaltet sind
-der Leerlauf eingelegt ist
und man jetzt am Zündschloß "die Zündung ausschaltet", eigentlich: das Bordnetz ausschaltet/vom Akku trennt, bleibt die Leerlaufkontrollleuchte längere Zeit leuchtend und dimmt sehr langsam bis zum erlöschen.
Ursache:
Im Orig.-Blinkerrelais sitzt ein Kondensator. Der ist immer am Netz und geladen, solange das Netz eingeschaltet ist. Nach dem Abschalten des Netzes (am Zündschloß) liegt die Spannung des Kondensators über Masse und die orange Leitung vom Blinkerrelais an der Leerlaufkontrollampe. Diese zieht nun ggf. nur sehr wenig Strom und entläd den Kondensator langsam und leuchtet dabei nach und nach schwächer.
Ist der Killschalter auf ON oder sonst eine Lampe etc. eingeschaltet, entläd sich der Kondensator schnell über eine der Zündspulen oder Lampen und das beschriebene Verhalten der Leerlaufkontrolllampe tritt nicht auf.
Will man dieses Verhalten vermeiden, muß man auf den (Low Current-)LED-Einsatz bei der Leerlaufkontrollleuchte verzichten oder ein anderes Blinkrelais (z.b. aus dem KFZ-Zubehör) verwenden.

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