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    Suzuki GT250 Auspuffanlage    
Mit dem Übergang zum A-Modell gab es auch an den Auspuffen Änderungen. Die Unterscheidung der Auspufftöpfe ist bei genauerem Hinsehen möglich:
Die Überwurf-Nut-Muttern zum Zylinderanschluß haben ab dem A-Modell nur 4 statt 6 Nuten und eine etwas breitere Riffelung. Äußerlich nicht zu erkennen, hat der Schalldämpfereinsatz mehr Löcher und zwei zusätzliche Prallbleche.

Auspuff_schema_klma.jpgDas Bild zeigt schematisch den Aufbau des GT250-Auspuffes und die Positionen der Prallbleche.
Die Prallbleche der Auspuffe sitzen bei beiden Ausführungen, -GT250K/L/M und GT250A/B/C-, an den gleichen Positionen; die Resonanzlänge der Auspuffe ist also gleich.
Unterschiede gibt es bei der Schalldämpfung. Bei den KLM-Modellen strömen die Abgase (gelb) frei und gerade durch die Einsätze, wobei die Schallwellen durch die Querbohrungen in die Kammern zwischen den Prallblechen gelangen und sich dort teilweise totlaufen. Eine Füllung der Kammern mit Auspuffdämmwolle würde den Dämpfungseffekt erhöhen, ist aber konstruktionsbedingt nicht machbar außer durch die kleine Umwicklung am hinteren Ende des Einsatzes.
Bei den Auspuffen der ABC-Modelle sind in den Dämpfer-Einsätzen zusätzliche Bleche eingebaut, die das gerade Durchströmen der Abgase verhindern. Die Abgase müssen hier aus den Querbohrungen vor der Barriere in die Dämpferkammer strömen und von dort wieder in die dahinterliegenden Querbohrungen zurück in den Einsatz. Das ganze passiert zweimal in den ersten beiden Dämpfer-Kammern. Es gibt darum mehr Querbohrungen in den ABC-Einsätzen, um einen ausreichenden Durchströmungsquerschnitt herzustellen. Die dritte hintere Kammer ist wie bei den Vormodellen mit dem Wickel am Dämfereinsatz ausgeführt. Zusätzlich ist im ABC-Auspuff in der ersten Dämpferkammer an der Innenwand des Auspuffes ein Absorptionselement aus Lochblech und Metallgitter angebracht. Derartige Metall-Gitter-Absorptionselemente gibt es allgemein bei GT-Auspuffen auch im Diffusorbereich des Auspuffes an der Innenwand, hinter dem Krümmeranschluß. Die Teile setzen sich mit der Zeit zu und funktionieren dann nicht mehr. Gelegentlich gammeln sie auch ab und legen sich quer vor den Durchlass im ersten Prallblech, was die Leistungsentfaltung nicht sehr positiv beeinflusst.
Zum Vergleich dazu unten in dem Bild eine Auspuff-"Birne" mit Gegenkonus und Absorptionsdämpfer. Man kann sich einen Gegenkonus wie eine Reihe hintereinanderstehender Blenden(Prallbleche) vorstellen (rot eingezeichnet). Bei "unendlicher" Blendenanzahl kommt man zum Kegel/Konus.
baffle_pipe.jpg





Hier die Abmessungen der Auspuffeinsätze.





Wie man oben sieht, bestimmen die ersten beiden Prallbleche die Abstimmung/Resonanzlänge des GT250-Auspuffes, der Rest ist Schalldämpfung. Wie in der Literatur zu dem Thema nachzulesen ist, hat es sich als ungünstig erwiesen, die Abgase nach einer Blende oder einem Konus direkt ins Freie zu entlassen; besser für die Funktion von Blende oder Konus ist ein Endrohr, auch Stinger genannt. Der Dämpfer-Einsatz der GT-Auspuffe übernimmt diese Funktion zusätzlich zur Schalldämpfung.

Solange die Einsätze nicht verstopft sind oder gekürzt werden etc., spielt es keine Rolle für die Abstimmung, welcher Einsatz-Typ eingebaut wird.
Zusetzen können sich die ABC-Einsätze leichter wegen der vielen kleinen Öffnungen, durch die das Abgas muß. Ich selbst würde darum eher die KLM-Einsätze verwenden oder die kleinen Bleche aus den ABC-Einsätzen entfernen, wenn ich sie nicht regelmäßig kontrollieren bzw. reinigen will.
Die etwas höhere Anfälligkeit der ABC-Motoren für Überhitzung(Loch im Kolben) ist m.M.n. zum Teil auch zugesetzten ABC-Auspuffeinsätzen zuzuschreiben.